Bienenzuchtverein Asbach
Verein

Immer noch: Kalter Frühling 2012 im Vorderen Westerwald

Der warme Frühling und erst recht der Frühsommer wollen nicht in die Gänge kommen!

Meine Bienen stehen parat, aber bisher hat ihre Aktivität nur für Tracht im oberen Brutraum gereicht. Das ist zwar einerseits ein Problem, bei dem der Imker helfen kann (vom Schornsteineffekt durch Mittelwände in der Mitte der zweiten Zarge bis hin zum kurzfristigen Umhängen von abgefegten Brutwaben in den Honigraum), aber wenn die Bienen wegen Kälte und Regen nicht fliegen können, ist nun mal alle Liebesmüh` vergebens!

Zumindest können sie nicht mehr verhungern, denn dafür hat die Tracht bisher doch gereicht.

Aber immerhin habe ich schon am 29.4. im wärmeren Wiedtal 3 Ableger durch je 2 Brutwaben und eine volle, alte Futterwabe erstellt und sie in einem Dreierboden mit zwei Absperrschieden nach Hause transportiert.

Fast täglich schaut man nun nach dem Rechten, aber eben nur von außen, damit man im Kasteninneren nicht alles, was da hoffentlich im Werden begriffen ist, durcheinander wirft. Das kann vor allem dann, wenn die jungen Königinnen geschlüpft sind, schnell zu Mord und Totschlag führen, bevor sie je einen Mann von Nahem kennengelernt haben. Sie verstehen mich doch?

Nach Frau Aumeier hätte je eine Brutwabe völlig ausgereicht, denn es wurde festgestellt (Hohenheimer Betriebsweise), dass ein so schwach gebildeter Ableger bei guten Bedingungen im Herbst genau so stark ist, wie ein zur gleichen Zeit gebildeter Ableger aus mehreren Brutbrettern! Ich empfehle das Deutsche Bienen-Journal, obwohl sie uns untersagt haben weiter aktuelle Aufsätze von Frau Aumeier auf diesen Seiten zu veröffentlichen.

Ein Problemchen hatte ich schon, denn bisher sind meine Königinnen immer noch ungezeichnet: da ich nicht zweimal die Strecke zum Außenstand fahren wollte (der Trend geht tatsächlich zum Zweitstand...), habe ich die Brutbretter nicht abgefegt in den Honigraum hängen können, um Pflegebienen anlocken und die Königin ausschließen zu können, sondern ich habe die wenigen Bienen aus den Honigräumen aller Völker zugefegt. Hoffentlich reichen sie aus, um bei diesen unangenehmen Temperaturen das Brutnest warm genug halten zu können. Fazit: Gezeichnete Königinnen machen das Leben leichter!

Die nächsten Ableger von anderen Völkern sind fest in Planung, aber eben auch nur bei starken Völkern und nicht bei denen, die sowieso nicht ans Schwärmen denken können, weil sie noch an ihrer eigenen Volksstärke arbeiten müssen. Aber Vorsicht: manchmal (z.B. nach einer Schlechtwetter-Periode) kann es ganz flott gehen! Man wird sehen, ob ich richtig gelegen habe. Eigentlich wollte ich dieses Jahr doch auf das Naturschauspiel eines (oder mehrerer) Schwärme verzichten. Bitte denken Sie daran: wenn ein Schwarm aus einem Volk abgegangen ist, heißt das noch lange nicht (und als Anfänger war ich dieser festen -falschen- Überzeugung!), dass damit die Schwarmlust dieses Volkes erloschen ist! Oh nein - es heißt dann erstmal die noch existierenden Schwarmzellen zu brechen. Aber bitte nicht alle, denn sonst gibt es ein Problem. Eine oder zwei Weiselzellen müssen natürlich bestehen bleiben, denn sonst steht das Restvolk ganz ohne Chefin da!

Übrigens kann ich reichlich Ableger brauchen und in diesem Jahr habe ich auch ausreichend hardware in Form von Beuten. Also werde ich im Abstand von 2-4 Wochen weitere Brutwaben aus allen Völkern nehmen und so sanft schröpfen und meinen Bestand -vielleicht auch zugunsten der Jungimker- vergrößern. Die Milchsäure, die ich nach dem Schlupf der letzten Biene einsetze, steht bei einer Imkerfreundin auch schon parat. Honig brauchen die Kleinen ja schließlich für mich noch nicht zu sammeln.

Spannend wird es am 19. Mai für die Teilnehmer des Jungimker-Seminars: sie erstellen sich selbst ihren eigenen Ableger aus den Bienenvölkern des Lehrbienenstands und aus dem Bestand von Siegfried Lück. Meine Bienen, bzw. meine Waben will mal wieder keiner haben: ich imkere auf Zander!

Dieses Maß setzt sich einfach hier nicht durch. Obwohl ich doch so sehr dafür geworben habe...

Ich wünsche uns allen einen warmen Frühling mit weniger Regen!

Mit den besten Grüßen  

Uwe Hüngsberg

PS: Haben Sie einen Kommentar? Meine mail-Adresse finden Sie unter Unser Vorstand

Ist es nicht schön? Drei junge Damen versuchen ein Gefühl für das Gewicht von überwinterten Beuten zu bekommen! Wo ist zu wenig Futter für das kalte Frühjahr und wo ist viel oder zu viel Futter? Oder wo ist das Futter noch vorhanden, weil die Bienen weg sind? Fragen über Fragen!
2. Bild: Schaut mal, hier ist eine Biene!